Ferienbetreuung 2025 mit KidsMobil!

Ein Bericht von A. Hockauf

 

Endlich wieder Sommer! Das Wetter ist herrlich und lädt zum Draußensein ein. Ich bin mit Iris Roijen in einem kleinen Park auf dem Gelände des Vivantes Klinikums in Neukölln verabredet. Sie hat dieses Jahr die Leitung der Ferienbetreuung übernommen und auf dem Programm steht heute Action-Painting und Batiken.

Schon von Weitem sehe ich Tische, Farben und bunte T-Shirts unter hohen schönen Bäumen – Gewusel und Kinderlachen. Iris nimmt mich in Empfang, gleich geht es los. Auf dem langen Tisch unter den Bäumen wird eine große Papier-Rolle ausgebreitet, jede Menge Farbtuben stehen bereit, die Kinder kleiden sich mit Schürzen und Handschuhen ein und greifen beherzt zu. Iris und die anderen Betreuer*innen machen mit und bald stehe auch ich mittendrin im Farbenrausch. Die Kinder können mal ganz frei und ohne aufzupassen mit den Händen und Fingern Farbe aufs Papier bringen und dabei weit ausholen. Es ist ein üppiges Farbenfest!

 

Als ich mit einem meiner Kamera ins Büro zurück fahre, treffen mich Blicke und Schmunzeln im vollen Bus: Ich schaue an mir herunter und bemerke jede Menge blaue, gelbe und rote Pünktchen an meiner Hose, meiner Brille, an meinen Armen und wohl auch in meinem Gesicht. Ich muss lachen und das Sommerferiengefühl nehme ich mit.

 

 

Und was war sonst noch los in der Ferienbetreuung?

Diese herrlich bunten T-Shirts sind mit liebevoller Batik-Technik auf der Wiese entstanden. Immer wieder ist das Batiken beliebt und es entstehen ganz verschiedene Muster. Die T-Shirts können die Kinder mit nach Hause nehmen und haben nun ein Kleidungsstück mit ganz eigenem Design.

Der Teddy-Doc

Jedes Jahr der Höhepunkt: Der Teddy-Doc kommt!
Mit gewohnter Hingabe und Präzision leitet Dr. Sylvester von Bismarck die jungen Chirurgen an und Teddy wird auch dieses Jahr ganz genau untersucht und besonders gut verarztet.

 

 

 

Interview mit der diesjährigen Leiterin der KidsMobil-Ferienbetreuung Iris Roijen

Wie lange arbeitest Du bereits für KidsMobil und für die Ferienbetreuung?

Letztes Jahr (2024) war meine erste Ferienbetreuung, bei der ich im KNK mitgeholfen habe – im Gegensatz zu diesem Jahr, wo ich Teil des Leitungsteams war. Bei Kidsmobil bin ich seit Dezember 2023, mein erster Einsatz war im Januar 2024.

 

Wie bist Du zu der Arbeit gekommen?

Ich bin durch meine Mitbewohnerin auf Kidsmobil aufmerksam geworden. Da ich bereits längere Erfahrung in der Kinderbetreuung habe, habe ich mich sofort beworben. Die Arbeit mit Kindern war für mich schon immer bedeutsam und fühlt sich ganz natürlich an, weil ich mich sehr gut mit ihnen verstehe.

 

Was macht Deine Arbeit in der Ferienbetreuung besonders?

Ich finde es unglaublich spannend, die verschiedenen Krankenhaus-Angebote mitzuerleben und zu sehen, wie sich die Kinder der Mitarbeitenden freuen – besonders, wenn auch ihre Eltern Teil des Programms sind. Schön ist auch, dass die Kinder miteinander spielen und wir gemeinsam größere Spiele organisieren können, was in der Einzelbetreuung eher selten vorkommt. Außerdem freue ich mich immer, die anderen Kolleginnen und Kollegen zu sehen und mit ihnen zusammenzuarbeiten, da wir uns sonst nur selten begegnen.

 

Was mögen die Kinder am meisten in Eurer Ferienbetreuung?

Ich glaube, die Kinder haben am meisten Spaß beim Action-Painting, beim Arbeiten mit Ton und beim Batiken. Es ist immer schön zu sehen, wie stolz sie ihre Werke präsentieren und sie ihren Eltern zeigen wollen. Natürlich lieben sie es auch, zu toben und herumzurennen! Ich denke, sie schätzen auch sehr, dass sie immer zu uns kommen und mitentscheiden können, ob wir zum Beispiel rausgehen oder ein bestimmtes Spiel spielen.

 

Ich habe die tollen Batik-Ergebnisse gesehen, als ich das Action-Painting begleitet habe: das ist sicher ein Highlight jedes Jahr?

Besonders beliebt sind die kreativen Angebote wie Batiken, Gipsen, Tonen oder Action-Painting – da sind die Kinder immer voller Begeisterung. Ich finde es toll zu beobachten, wie sie sich gegenseitig ihre Werke zeigen und wie ihre Individualität und Kreativität dabei zum Ausdruck kommen.

 

Was ist Dein persönlicher Hintergrund und warum hast Du Dich für diese Tätigkeit entschieden?

Ich habe mich schon immer gut mit Kindern verstanden. Ich finde, wir können sehr viel von ihnen lernen. Schon während meiner Schulzeit habe ich Kinder betreut und Nachhilfe gegeben und gemerkt, dass ich diese Arbeit gar nicht als Arbeit empfinde – ich freue mich einfach, Zeit mit ihnen zu verbringen. Ich finde die Fragen, die Kinder stellen, oft faszinierend und versuche immer, ihnen ein Gefühl von Kompetenz zu geben, besonders wenn es ums Entdecken und Forschen geht.

 

Was sind Deine schönsten Momente in der Arbeit mit den Kindern?

Die schönsten Momente sind für mich, wenn Kinder mir zeigen, dass sie sich sicher und verstanden fühlen – das sind richtige Herzschmelz-Momente, vor allem, wenn sie einen gar nicht loslassen wollen. Besonders schön finde ich auch, wenn ich ihre Entwicklung über längere Zeit beobachten darf und sehe, wie sie wachsen, lernen, was sie mögen oder nicht mögen, und ihren eigenen Interessen folgen.

 

Was hast Du für ein Gefühl, wie es den Kindern mit den Betreuungen geht? Schafft Ihr es, ein persönliches Verhältnis aufzubauen?

Es ist wirklich beeindruckend, wie schnell innerhalb einer Woche eine persönliche Beziehung aufgebaut werden kann. Ab dem zweiten Tag kennen die Kinder meist schon unsere Namen, und ab dem dritten fragen sie gezielt nach bestimmten Betreuer*innen. Wir sind für sie da, wenn die Emotionen hochgehen, und geben ihnen die Sicherheit, Neues auszuprobieren. Kinder, die mit Geschwistern kommen, haben natürlich den Vorteil, jemanden Vertrautes dabeizuhaben – und können sich trotzdem individuell entfalten. Schön ist auch zu sehen, wie jede Betreuer*in auf ganz eigene Weise eine persönliche Beziehung aufbaut.

 

Wie steht es mit der örtlichen Einrichtung in Neukölln, welche Räume und Außenbereiche stehen zur Verfügung?

In den letzten beiden Jahren war ich am KNK-Standort dabei, und dieses Jahr zusätzlich auch im KFH. Das KNK hat den Vorteil einer großen, ruhigen Außenfläche, auf der alle Kinder gleichzeitig draußen sein können. Selbst wenn einige lieber malen oder UNO spielen, sind wir trotzdem alle beisammen. Es wird derzeit überlegt, einen besser geeigneten Innenraum zu finden, da es manchmal Terminüberschneidungen mit dem Elternhotel gab – was natürlich verständlich ist, da die Eltern ein Recht auf Ruhe haben. Insgesamt waren wir aber sehr zufrieden mit der Aufteilung zwischen Bastelraum, Tobe-Raum und Spieleraum.

 

Was sind die liebsten Beschäftigungen der Kinder?

Jedes Kind ist natürlich unterschiedlich, aber ich freue mich immer, wenn Geschlechterrollen keine große Rolle spielen. Es ist schön, wenn Jungs im Bastelraum Perlen fädeln oder Mädchen Lust auf Bewegungsspiele draußen haben. Ich finde, jede Aktivität hat ihren Sinn – je nach Stimmung und Energielevel. Manche Kinder sind morgens etwas ruhiger und möchten lieber allein spielen, andere schnappen sich sofort einen Ball und rennen los! Besonders beliebt war auch das Kinderschminken am Nachmittag – das hat wirklich allen Spaß gemacht.

 

Wie sieht es mit den Mahlzeiten aus?

Bei den Mahlzeiten ist es so, dass wir einmal täglich Obst und Wasser geliefert bekommen, und gegen 11:30 Uhr gibt es warmes Essen. Kinder sind bekanntlich wählerisch und äußern ehrlich, wenn ihnen etwas nicht schmeckt – deshalb empfehlen wir den Eltern, zusätzlich eine ausgewogene Vesperdose mitzugeben. Positiv finde ich, dass es dieses Jahr nur einmal pro Woche ein Fleischgericht gab, was vor allem für vegetarische Kinder (und Betreuerinnen) ein Vorteil ist. Ich würde mir wünschen, dass es in Zukunft vielleicht sogar ein komplett pflanzliches Angebot mit frischem Gemüse gibt.

 

Wie läuft der Austausch mit den Kolleg*innen und der Koordination bei KidsMobil?

Der Austausch zwischen unserem Standort und der Koordination läuft einwandfrei. Die Kidsmobil-Mitarbeiterinnen sind immer nur eine WhatsApp-Nachricht entfernt und fragen regelmäßig, ob wir etwas brauchen oder ob sie uns etwas vorbeibringen sollen. Wir sind wirklich in gutem Kontakt.

 

Worauf blickst Du besonders gerne zurück?

Ich erinnere mich besonders gern an Situationen, in denen ich herzlich lachen musste – Kinder sind einfach oft unglaublich lustig und spontan. Auch unsere Tanzpartys am Ende der Woche bleiben unvergesslich: Da dürfen sich die Kinder Lieder wünschen, und beim Stopptanz oder Stuhltanz geben alle nochmal richtig Gas. Manche führen sogar spontan eine perfekte Choreografie auf – das ist total beeindruckend und bringt mich jedes Mal zum Lachen vor absoluter Begeisterung.

 

Hast Du Ideen, die Du noch gerne umsetzen würdest?

Das Schöne an unserem Rahmen ist, dass wir sehr flexibel auf die Wünsche der Kinder eingehen können. Nach dem Mittagessen haben wir zum Beispiel schon kleine Yogastunden gemacht oder Kolleg*innen haben mit den Kindern kleine Aufführungen einstudiert. Ich richte meine Ideen immer nach den Interessen der Kinder aus – dank der guten Materialausstattung können wir fast alles spontan umsetzen.

Wenn ich mir jedoch ein Projekt wünschen dürfte, wäre das eine Tanzstunde. Meine Mutter war Tanzlehrerin und hat mir als Kind schon beigebracht, wie viel Freude und Ausdruckskraft im Tanzen steckt – für Körper und Seele gleichermaßen.
Außerdem finde ich die Idee schön, gemeinsam mit dem Krankenhaus einen Nachmittag zu gestalten, an dem wir die Kinder mit der Geriatrie-Station verbinden – etwa mit einem kleinen Theaterstück oder Brettspielen. Ein generationenübergreifendes Projekt, bei dem Kinder und ältere Menschen sich gegenseitig Fragen stellen und voneinander lernen, wäre wirklich etwas Besonderes.

 

Lieben Dank Iris für die Einblicke in Deine Arbeit bei KidsMobil!

 

In dieser kleinen Galerie haben wir schöne Momente der Malaktion in der Ferienbetreuung festgehalten, viel Spaß beim Stöbern!

 

 

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